Kosmetik & Pharmabranche

Die Nachfrage nach Naturmedizin und -kosmetik wächst stetig an, sie ist Mainstream geworden. Viele Marken betonen die „Natürlichkeit" ihrer Produkte. Eine an ökologischen Kriterien ausgerichtete Beschaffung kann die dauerhafte Rohstoffverfügbarkeit und -Qualität stärken und eine gute Reputation der Marke sicherstellen. Mit natürlichen Rohstoffen lassen sich Geschichten erzählen, die zusammen mit Marken- und Produktwerbung das Bewusstsein der Kunden für Biodiversität stärken können.

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Kosmetik- und Pharmaunternehmen sind also durchaus abhängig von der genetischen Vielfalt und der Artenvielfalt. Spezifische Pflanzenarten produzieren Inhaltsstoffe mit verwendbaren Eigenschaften und dienen als Innovations- und Rohstoffquelle. Mit dem zunehmenden Verlust der biologischen Vielfalt sind auch diese Quellen gefährdet. Weltweit werden rund 72.000 (17%) der bekannten Pflanzenarten für medizinische Zwecke verwendet. Rund 15.000 (21%) medizinische Pflanzenarten davon sind gefährdet.

Forschung und Entwicklung

Produktion & Herstellung

Der Pharma- und Kosmetiksektor hängt also entscheidend von der Produktivität der Ökosysteme und der dauerhaften Bereitstellung von Pflanzen ab, die bestimme Inhaltsstoffe produzieren. Nicht alle Pflanzen können kultiviert werden, es gibt auch Wildsammlungen. Deren Gewinnung in landwirtschaftlicher Produktion (hier vor Allem Palmöl) führt oftmals zu Landnutzungsänderung und Degradation. Viele kosmetische Produkte sind abgeleitet aus natürlichen Quellen, wie zum Beispiel Saponine, Flavonoide, Aminosäuren, Antioxidantien und Vitamine. Daneben werden auch verschiedene Inhaltsstoffe von Seegräsern, Chitin von Krustentieren, Palmölderivate und Fischöle verwendet.

Der Verlust der Biodiversität ist somit für die Branche ein (Geschäfts-)Risiko, da auch potentiell Arten aussterben, die für die Entwicklung von Kosmetika bedeutsam gewesen sein könnten (Optionswert der Biodiversität). Lieferanten, die in biodiversitätsreichen Regionen operieren, sollten daher möglichst über ein funktionierendes und zertifiziertes Umweltmanagementsystem (ISO 14001, EMAS) verfügen und Biodiversitätsaspekte explizit berücksichtigen.

Ausführliche Informationen zum Thema "Kosmetik- und Pharmaindustrie und Biodiversität" mit Hilfestellungen für Unternehmen und Auditoren erhalten Sie in unserem Fact Sheet.

Medikamente

Der Eintrag von Humanarzneimitteln in die Umwelt und das damit einhergehende Gefährdungspotential ist schwer abzuschätzen. Letztlich gelangen diese Stoffe durch den Stoffwechsel, über Vorfluter und Klärschlamm bis in das Grundwasser und die Meere. Zu den quantitativ bedeutendsten Mitteln gehören Diclofenac (Schmerzmittel), Clofibrinsäure (Mittel zur Senkung von Blutfetten), Carbamazepin (Mittel gegen Krampfleiden), Sulfamethoxazol (Mittel gegen bakterielle Harnwegsinfekte) und Röntgenkontrastmittel (Mittel zur Darstellung von Organstrukturen im Röntgenbild). Tierarztneimittel haben ebenfalls Auswirkungen auf den Prozess der Nährstoffregenerierung, da es lokal negativen Einfluss auf wirbellose dungabbauende Tiere gibt.


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Access and Benefit Sharing (ABS)

Eine wesentliche Herausforderung für die Unternehmen ist in diesem Zusammenhang die Beteiligung der Herkunftsländer und ihrer Einwohner zu erreichen, die sich aus dem Verkauf von auf genetischen Ressourcen basierenden Produkten ergibt. Unter dem Stichwort Access und Benefit-Sharing sind Unternehmen verantwortlich neben der gerechten und fairen Gewinnbeteiligung auch vorab die Genehmigung von lokalen Gemeinschaften für die Forschung an genetischen Ressourcen einzuholen. Der völkerrechtliche Rahmen für den Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechten Vorteilsausgleich wurde auf der Vertragsstaatenkonferenz der UN-Biodiversitätskonvention 2010 durch das Nagoya-Protokoll festgelegt. Die Europäische Union plant eine baldige Umsetzung der Vorgaben des Protokolls durch eine EU-Verordnung.

Chancen

Case Studies

Links

Literatur

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